# 4. Semester

Stuff about Work in 4th Semester

# Anforderungen Projekt

### Gespräch Markus und Thomas 08.06.2026
- infoblox.mgmt.polizei-sn.de
- **Anforderungen:**
  - IPAM + VLANs
  - VLAN Zuordnung + Standort der Liegenschaft
  - **IPAM** ist Hauptfunktion
  - Mandanten mit Netzblöcken
  - Mandantenseitige "Kapselung"
  - Import/schreibend auf **DHCP** und **DNS**
  - IPv4 DHCP Failover Associations --> auf mehrere DHCP-Server schreiben (automatisch) ((alle änderungen an einem sollen automatisch auf verknüpften zweiten gelten)
  - Granulare Berechtigungsstruktur --> all Read + AD-basierte Berechtigungen wie eigene DHCP-Hardcodung etc.
  - NTH: Jeder Nutzer kann Column anpassen, welche für User gespeichert wird
  - mandantenübergreifend Adressen doppelt belegen (NoRouting-Adressen)
  - Views bauen mit vordefinierten Ansichten
  - Datenübernahme per CSV (--> ins richtige Format bringen)
  - DNS: A-Records, AAAA-Records, PTR-Records und Alias-Records
  - Netbox selber soll/muss kein DNS/DHCP-Server sein
  - 
 <div drawio-diagram="11"><img src="https://docs.denode.eu/uploads/images/drawio/2026-06/drawing-3-1780907942.png"></div>

 ---
 ### Analyse der Anforderungen: 
 - IPAM+VLANS = kein Problem
 - VLAN+Standorte = kein Problem
 - Mandanten mit Netzblöcken = native Tenants
 - Doppelte IPs, VRF als lösung, kein natives Tenant-Overlap; Infoblox hat Networkviews
 - Schreiben auf DHCP = nur via Plugin (netbox-plugin-dhcp) ((beta))
 - DHCP Failover (2 Server) = kein natives Konzept, Webhooks/Automationen
 - Schreiben auf DNS (netbox-dns Plugin + externe Automation wie Ansible oder PowerDNS-API)
 - LDAP mit granularer Object-Permission = kein Problem
 - granulare Berechtigungsstruktur = Object-Level-Permissions mit JSON-Constraints
 - CSV-Import nativ für alle Objekttypen, Infoblox-CSV muss konvertiert werden
 - Vordefinierte Views: Filterbare Saved Filters, keine benutzerdefinierten Dashboards
 - NTH: NetBox speichert Tabelleneinstellungen pro USer (ab v3.5+)
 - 

---
# Alternativsoftware:
- Bluecat

# Installation NetBox auf SLES

1. Abhängigkeiten und Programme:

```bash
sudo zypper install -y gcc libxml2-devel libxslt-devel libffi-devel libpq-devel openssl-devel git python3-pip python3-venv
```

2. PostgreSQL
```bash
sudo zypper install -y https://download.postgresql.org/pub/repos/zypp/reporpms/SLES-15-x86_64/pgdg-suse-repo-latest.noarch.rpm
sudo zypper refresh
sudo zypper install postgresql16 postgresql16-server postgresql16-devel```
# init und start```
sudo /usr/lub/postgresql16/bin/initdb -D /var/lib/pgsql/16/data/
 sudo systemctl enable --now postgresql```
# Datenbank und user anlegen```
sudo -u postgres psql <<EOF
CREATE DATABASE netbox; 
CREATE USER netbox WITH PASSWORT '123';
GRANT ALL PRIVILEGES ON DATABASE netbox to netbox;
\q
EOF
```

Schritt 3 - Redis
```bash
sudo zypper install -y redis
sudo systemctl enable --now redis
```

Schritt 4 - NetBox herunterladen 
```
sudo mkdir -p /opt/netbox && cd /opt/netbox
sudo git clone -b master https://github.com/netbox-cummunity/netbox.git
sudo useradd -r -d /opt/netbox -s /sbin/nologin netbox
sudo chown -R netbox:netbox /opt/netbox/netbox/media
```
Schritt 5 - NetBox config
```bash
cd /opt/netbox/netbox/netbox/
sudo cp configuration_example.py configuration.py
vim configuration.py
```
Config: 
```bash
ALLOWED_HOSTS = ['*']
DATABASE = {
    'NAME': 'netbox',
    'USER': 'netbox',
    'PASSWORD': '123',
    'HOST': 'localhost',
    'PORT': '',
}
REDIS = {
    'tasks': {'HOST': 'localhost', 'PORT':6379, 'DATABASE': 0, 'SSL': False},
    'catching': {'HOST': 'localhost', 'PORT':6379, 'DATABASE': 0, 'SSL': False},
}
SECRET_KEY = 'min 50 zeichen'
```

Schritt 6 - Python Umgebung und Datenbank

```bash
cd /opt/netbox
sudo -u netbox python3 -m venv /opt/netbox/venv
sudo -u netbox /opt/netbox/venv/bin/pip install -r requirements.txt
sudo -u netbox /opt/netbox/venv/bin/python netbox/manage.py migrate
sudo -u netbox /opt/netbox/venv/bin/python netbox/manage.py createsuperuser
sudo -u netbox /opt/netbox/venv/bin/python netbox/manage.py collectstatic --no-input
```

Schritt 7- Gunicorn (WSGI-Server) 
```
sudo cp /opt/netbix/contrib/gunicorn.py /opt/netbox/gunicorn.py
sudo cp /opt/netbox/contrib/*.service /etc/systemd/system/
sudo systemctl enable --now netbox netbix-rq
```
Schritt 8 nginx 
```
sudo zypper install -y nginx 
sudo cp /opt/netbox/contrib/nginx.conf /etc/nginx/conf.d/netbox.conf
# ip in datei anpassen
sudo systemctl enable --now nginx 
```

Plugins installieren 
```
sudo -u netbox /opt/netbox/venv/bin/pip install netbox-dns
sudo -u netbox /opt/netbox/venv/bin/pip install netbox-plugin-dhcp
```

In configuration.py ergänzen:
```
PLUGINS = ['netbox_dns', 'netbox_dhcp']
```
Dann nochmal: 
```
sudo -u netbox /opt/netbox/venv/bin/python netbox/manage.py migrate
sudo systemctl restart netbox
```

ggf. python3.11 installieren

Firewall `sudo firewall-cmd --add-service=http --permanent && sudo firewall-cmd --reload`

# Work and Progress

# netbox migration
zielserver: SLES 15 SP7, kein direkter internetzugang -> nur über proxy mit einzeln freigeschalteten adressen. 


## setup

- postgresql 17 (datenbank)
- valkey 8 (redis-kompatibel, caching/background jobs)
- nginx (reverse proxy davor)
- gunicorn (wsgi server für die django-app)

→ das ist die von netbox offiziell empfohlene stack-kombi für native installs (kein docker)

**warum kein podman/container?**
hatte ich erst überlegt, aber:
- plugins gehen über pip → bei container müsste ich bei jedem plugin ein neues image bauen
- hätte den proxy-freigabeprozess (siehe unten) nur noch mehr belastet
→ native installation gewählt

## python versions-ärger

server hatte schon python 3.14 drauf (SLES bringt das mit). netbox braucht offiziell min. 3.10, aber:

- `strawberry-graphql` (graphql dependency von netbox) ist mit 3.14 nicht kompatibel
- migration bricht mit laufzeitfehler in der feld-initialisierung ab

→ fix: einfach die von SLES mitgelieferte python 3.11 genommen statt 3.14. lief dann sauber durch.

lesson learned: neueste version =! automatisch die beste 

---

## proxy shit

server ist nicht air-gapped --> proxy (freischaltung durch ticket)

**genehmigungsprozess:**
1. ticket an proxy-team → quellsystem, zieladresse, port 443 ohne auth
2. weil proxy SSL terminiert: zusätzliches ticket an infosec → SSL-bypass + freischaltung für `application/zip` und `application/gzip` mime-types
   - dazu noch nen risikobogen ausfüllen (auswirkung bei nichtverfügbarkeit, alternativen geprüft etc.)

**konkrete probleme die aufgetreten sind:**

| problem | ursache | fix |
|---|---|---|
| 407 bei `pip install`, curl ging aber | proxy-var nicht dauerhaft gesetzt / sudo killt env | in `/etc/environment` eintragen + `sudo -E` nutzen |
| 407 bei internen suse-manager repos | interne adressen liefen fälschlich über externen proxy | intern in `no_proxy` aufnehmen |
| podman pull auf ghcr.io scheitert trotz freigabe | freigabe deckte nur registry-api ab, nicht den separaten blob-storage (`pkg-containers.githubusercontent.com`) | extra domain nachbeantragt |
| netbox source code nicht über pypi verfügbar | netbox gibt's nur als github release, kein pypi paket | einmal extern von jemandem mit internet geladen, per datenträger über sprungserver + SynaMan reingebracht |

→ takeaway: jedes neue plugin = potenziell neues ticket

---

## installation

- `psycopg` (postgres adapter) will kompilieren, braucht `pg_config` → fehlte, nachinstalliert: `postgresql17-server-devel`
- Pillow braucht jpeg dev-header → `libjpeg8-devel` nachinstalliert
- postgres/valkey wollten nicht auf `localhost` hören → server hat das erst auf `::1` (ipv6) aufgelöst, dienste lauschten aber nur auf ipv4 loopback
  → fix: überall `127.0.0.1` statt `localhost` in der config
- postgres auth: `ident` methode ging nicht (mein domänen-user ≠ db-user `netbox`) → auf `md5` umgestellt
- valkey config datei war gar nicht da, musste ich selbst minimal anlegen (nur loopback)

systemd service unter `netbox.service` angelegt → hat ausversehen die schon vorhandene datei vom netzwerkdienst `wicked` überschrieben. nach neustart → server komplett weg vom netz, nur noch über physische konsole erreichbar. 🙃
→ merke: bei eigenen systemd units immer eindeutige namen die nicht mit bestehenden diensten kollidieren können

---

## plugins

### dns (F1)

- erst falsches paket installiert (`netbox-dns`) → passt nicht zur plugin-api von netbox 4.2, nutzt noch das alte `extras.plugins` modul das es nicht mehr gibt
- richtiges paket: `netbox-plugin-dns` v1.2.14 → über `PLUGINS` aktiviert
- microsoft-typische namen mit unterstrich (z.b. `_msdcs.domain.de`) sind nach RFC 1034 eigentlich nicht erlaubt → musste `tolerate_underscores_in_labels` setzen

**octoDNS test:**
- externes tool, liest zonen aus netbox (via `NetBoxDNSProvider` / `octodns-netbox-dns` paket) und kann die an andere systeme syncen
- testzone `test.lokal` angelegt (ns + a record), erfolgreich als yaml exportiert
- **nicht getestet:** gegen echten microsoft-dns server, dafür hätte ich nen provider gebraucht den's für das ökosystem nicht gab + schreibzugriff auf produktive windows infra
→ F1 = architektur-mäßig belegt, aber nicht produktiv verifiziert

### dhcp (F2) - hat einfach nicht geklappt

drei anläufe, alle gescheitert:
1. `netbox-plugin-dhcp` (offiziell) → braucht netbox 4.5 + python 3.12, hab aber 4.2/3.11
2. `netbox-kea-dhcp` → gibt's nicht mehr auf pypi
3. `netbox-kea-ng` → installiert sich, aber migration bricht ab, weil's `core.exceptions.JobFailed` importiert, was's in 4.2.6 noch nicht gibt

→ fazit: DNS-plugin-ökosystem ist für die netbox version ok, DHCP ist einfach noch nicht reif genug. kein grundsätzliches "geht nicht", eher momentaufnahme.

---

## was ich sonst noch getestet hab

- **rechte (F5):** testgruppe mit constraint (`tenant__name`) → nur präfixe vom zugewiesenen mandanten sichtbar. funktioniert.
- **vlan (F6):** gleiche VID (100) in zwei verschiedenen vlan-groups → geht problemlos. gleiche VID nochmal in derselben group → wird zurückgewiesen. genau wie erwartet.
- **custom fields (F9):** 3 felder angelegt (`domaene`, `sicherheitsbereichs_id`, `svn_id`) auf präfix-objekte. domaene erstmal als textfeld statt choice-set, weil ich die vollständige werteliste aus infoblox nicht hatte.
- **filter/export (F8):** präfixliste nach mandant/status gefiltert, als csv exportiert. läuft.
- **ldap (F7):** `django-auth-ldap` installiert, `REMOTE_AUTH_BACKEND` konfiguriert, verbindungsparameter vorbereitet — **aber nicht live getestet**, hatte keinen service-account und keinen zugriff aufs AD. offener punkt.

---

## datenimport

- 572 standorte aus infoblox importiert (region/site group/site mapping)
- 4.262 präfixe importiert, über eigenes python-skript + netbox REST API
- standortzuordnung war nervig weil netbox numerische IDs will, infoblox hatte klartext-kurzbezeichnungen
  - direkt eindeutig zuordenbar: 63,1%
  - über zusatzmatching (kurzbezeichnung ↔ beschreibungsfeld): +17,0% → macht 80,1% insgesamt
  - rest (15,9%) ohne standort importiert, 4,1% hatten gar keine standort-id im quelldatensatz
- encoding-ärger: teile vom datensatz waren windows-1252 statt utf-8 → umlaute in ortsnamen kaputt, musste nachbearbeiten
- ~500 nameserver-einträge + ein paar dns-zonen mit importiert
- **nicht importiert:** einzelne IP-adressen (nur die präfixe/subnetze als ganzes). infoblox hat da schätzungsweise 10.000er bis 100.000er einträge, hätte entweder direkten API-zugriff aufs produktive infoblox gebraucht oder manuellen export pro subnetz — beides nicht machbar im rahmen der arbeit.

---

## offene punkte 

- [ ] ldap gegen echtes AD testen (braucht service-account)
- [ ] einzelne IP-adressen importieren für vollständige skalierbarkeits-aussage
- [ ] die ~16% unzugeordneten präfixe manuell nacharbeiten
- [ ] DHCP nochmal probieren sobald netbox 4.5 + python 3.12 möglich ist, oder netbox labs enterprise variante anschauen (soll DHCP vorkonfiguriert für offline-betrieb haben)

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# Forschungsfrage

**Welche organisatorischen, technischen und wirtschaftlichen Faktoren beeinflussen die vollständige Ablösung eines kommerziellen Produkts durch ein Open-Source-Produkt innerhalb der Polizei Sachsen?**

- Polizei Sachsen gehärtetes Netz, starke Infrastruktur
- keine einfache Dockerinstallation
- keine Server mit direktem Internetzugriff
-

# Overleaf

# Overleaf Community Edition – Installationsanleitung für einen abgeschotteten (Air-Gapped) Behördenserver

Zielbild: Ein Server, der für die Dauer der Installation temporär Internetzugang über einen Proxy erhält, alle benötigten Komponenten herunterlädt, danach vollständig vom Netz getrennt wird und ohne weitere Internetverbindung dauerhaft betrieben werden kann.

**Rahmenbedingungen dieses Vorhabens** (Entscheidungen aus der Planung):
- Kein SSO/AD-Anbindung nötig → lokale Nutzerverwaltung, Accounts manuell per Admin angelegt, Einladung per Mail-Link.
- Kein Server Pro (Kostengrund) → **offizielle Overleaf Community Edition**, kein Fremd-Fork.
- Kein Bedarf an Sandboxed Compiles (kleine, bekannte Nutzergruppe: Studierende, die ihre Bachelorarbeiten schreiben) — als bewusst akzeptiertes Restrisiko dokumentiert, nicht übersehen.
- BibTeX **und** Biber müssen funktionieren (biblatex-Workflows).
- Installation über ein **manuell geschriebenes `docker-compose.yml`**, nicht über das Overleaf Toolkit — direkter nachvollziehbar, weniger bewegliche Teile, entspricht dem hier als Referenz laufenden Aufbau (nur ohne dessen Fork und OIDC-Anbindung).
- Kein Docker-freier Weg möglich: Overleaf CE ist architektonisch ~10 einzelne Microservices, die nur im offiziellen Container-Image lauffähig zusammengeschnürt sind; ein natives Setup ist von Overleaf selbst nicht unterstützt.

---

## 1. Architekturüberblick

Drei Docker-Container, über ein einziges `docker-compose.yml` orchestriert:

| Container | Image | Zweck |
|---|---|---|
| `sharelatex` | `sharelatex/sharelatex` (offizielles CE-Image) | Web-App, Compiler-Orchestrierung |
| `mongo` | `mongo:8.0` (o. kompatible Version) | Projektdaten, Nutzer, Metadaten — läuft als Single-Node Replica-Set (`rs0`), das ist für Overleaf-Transaktionen zwingend, auch bei einer einzelnen Instanz |
| `redis` | `redis:6.2` | Sessions, Queues |

Dazu ein separat gemountetes **TeX-Live-Verzeichnis** (nicht im Image, sondern als eigenes Volume), damit Version und Paketumfang unabhängig vom Docker-Image kontrolliert werden können — das ist auch der Grund, warum ein zusätzlicher Schritt für Biber nötig ist (siehe Abschnitt 6).

---

## 2. Voraussetzungen an den Server

- Linux-Server (Debian/Ubuntu empfohlen), Docker Engine + Docker Compose Plugin installiert.
- Ausreichend Plattenplatz: TeX Live (Vollschema) ca. 9–10 GB, Docker-Images ca. 2–3 GB, Projekt-/DB-Daten je nach Nutzerzahl gering (im Referenzsystem mit wenigen Projekten < 200 MB).
- Temporärer, geplanter Internetzugang über einen Proxy **nur für die Installationsphase**.
- Admin-Rechte, um systemd-Units anzulegen (Docker-Proxy-Konfiguration) und ggf. ein internes TLS-Root-Zertifikat in den System-Trust-Store einzuspielen.

---

## 3. Phase 1 – Vorbereitung (online, mit Proxyfreigaben)

### 3.1 Docker für den Behördenproxy konfigurieren

Der Docker-Daemon liest keine normalen Shell-Umgebungsvariablen. Proxy-Konfiguration erfolgt über ein systemd-Drop-in:

```bash
sudo mkdir -p /etc/systemd/system/docker.service.d
sudo tee /etc/systemd/system/docker.service.d/http-proxy.conf <<'EOF'
[Service]
Environment="HTTP_PROXY=http://proxy.eure-behoerde.de:PORT"
Environment="HTTPS_PROXY=http://proxy.eure-behoerde.de:PORT"
Environment="NO_PROXY=localhost,127.0.0.1"
EOF

sudo systemctl daemon-reload
sudo systemctl restart docker
```

Ohne diesen Schritt schlägt jeder `docker pull` mit Timeout fehl.

### 3.2 TLS-Interception beachten

Falls der Proxy TLS aufbricht (eigene CA, MITM-Prinzip, wie in vielen Behördennetzen üblich): Das interne Root-Zertifikat **muss** auf dem Server im System-Trust-Store landen (z. B. `/usr/local/share/ca-certificates/` + `update-ca-certificates` unter Debian/Ubuntu), sonst brechen sowohl `docker pull` als auch der TeX-Live-Installer mit TLS-Fehlern ab. Das ist die häufigste Fehlerquelle bei Downloads über Behörden-Proxies — vorab mit der Netzwerk-/Security-Abteilung klären.

### 3.3 Vollständige Liste der benötigten Proxyfreigaben

| # | Zweck | Host(s) | Protokoll | Nötig für |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Docker-Image-Metadaten/Auth | `auth.docker.io` | HTTPS/443 | alle drei Container-Images |
| 2 | Docker-Registry-API | `registry-1.docker.io` | HTTPS/443 | alle drei Container-Images |
| 3 | Docker-Image-Layer-CDN | `production.cloudflare.docker.com` | HTTPS/443 | eigentliche Bilddaten (großer Traffic-Anteil) |
| 4 | (optional, Redirect-Ziel) | `index.docker.io`, `docker.io` , `hub.docker.io`| HTTPS/443 | Fallback, falls (1)–(3) nicht reichen |
| 5 | TeX Live | **ein einzelner, fest gewählter CTAN-Mirror**, z. B. `ftp.tu-chemnitz.de` (Liste: https://ctan.org/mirrors/mirmon) | HTTPS/443 | vollständige TeX-Live-Installation inkl. BibTeX/Biber |

Da kein Toolkit von GitHub geklont wird, entfällt die GitHub-Freigabe — es müssen nur Docker Hub und ein einzelner CTAN-Mirror erreichbar sein. Das ist die kleinstmögliche Freigabeliste für dieses Vorhaben.

**Bewusst NICHT freigeben:** `mirror.ctan.org` als Ziel selbst — das ist ein GeoIP-Redirector, der bei jedem Aufruf auf einen von ~50 wechselnden Drittservern verweisen kann. Für eine nachvollziehbare, eng gefasste Firewall-Freigabe stattdessen direkt einen festen Mirror aus der Mirror-Liste wählen und diesen sowohl für den Bootstrap-Download als auch als `-repository`-Parameter des Installers verwenden (siehe 3.5).

### 3.4 Docker-Images ziehen

```bash
docker pull sharelatex/sharelatex
docker pull mongo:8.0
docker pull redis:6.2
```

### 3.5 TeX Live frisch herunterladen (voller Umfang, fester Mirror)

```bash
# Bootstrap-Installer von GENAU EINEM festen Mirror holen
wget https://ftp.tu-chemnitz.de/pub/tex/systems/texlive/tlnet/install-tl-unx.tar.gz
tar xzf install-tl-unx.tar.gz
cd install-tl-*

# Installer auf denselben Mirror festnageln (keine weiteren Redirects)
# scheme-full = komplette Distribution inkl. BibTeX, Biber, biblatex, alle .bst-Stile
./install-tl -repository https://ftp.tu-chemnitz.de/pub/tex/systems/texlive/tlnet \
             -scheme full
```

**Warum `scheme-full` statt einer schlanken Auswahl:** BibTeX ist zwar in jedem Schema enthalten (`collection-basic`), Biber inkl. `biblatex` steckt aber in `collection-bibtexextra`. Im Air-Gap-Betrieb lässt sich später nichts mehr unkompliziert nachinstallieren — deshalb lieber einmalig alles ziehen (~9–10 GB) als hinterher festzustellen, dass ein Stil/Paket fehlt.

GPG-Verifizierung der heruntergeladenen Pakete lässt der Installer standardmäßig aktiv — **nicht** mit `-no-verify-downloads` deaktivieren, damit die Herkunft der Pakete nachvollziehbar bleibt (Supply-Chain-Aspekt, gerade im Behördenkontext relevant).

Ergebnis liegt typischerweise unter `/usr/local/texlive/<JAHR>/` — dieses Verzeichnis wird im nächsten Schritt als Volume in den Container gemountet.

---

## 4. Phase 2 – Biber-Setup-Skript anlegen

`bibtex` funktioniert nach der `scheme-full`-Installation ohne weiteres Zutun. **Biber braucht einen zusätzlichen Schritt**, weil das separat gemountete TeX-Live-Verzeichnis die im Image vorverdrahteten `PATH`-Einträge überschreibt.

Datei `scripts/050_setup_biber.sh` anlegen:
```bash
#!/bin/bash
ln -sf /usr/local/texlive/<JAHR>/bin/x86_64-linux/biber /usr/local/bin/biber
```

`<JAHR>` an die tatsächlich installierte TeX-Live-Version anpassen (z. B. `2026`). Dieses Skript wird über `/etc/my_init.d/050_setup_biber.sh` beim Container-Start ausgeführt (Hook-Mechanismus von `phusion baseimage`, auf dem auch das offizielle Image basiert).

---

## 5. Phase 3 – `docker-compose.yml`

Verzeichnisstruktur auf dem Server, z. B. unter `/opt/overleaf/`:

```
/opt/overleaf/
├── docker-compose.yml
├── overleaf_data/     (wird beim ersten Start automatisch angelegt)
├── mongo_data/
├── redis_data/
└── scripts/
    └── 050_setup_biber.sh
```

`docker-compose.yml`:

```yaml
services:
  sharelatex:
    image: sharelatex/sharelatex
    container_name: sharelatex
    restart: always
    depends_on:
      - mongo
      - redis
    ports:
      - "80:80"
    links:
      - mongo
      - redis
    volumes:
      - ./overleaf_data:/var/lib/overleaf
      - /usr/local/texlive/2026:/usr/local/texlive/2026   # Pfad an installierte Version anpassen
      - ./scripts/050_setup_biber.sh:/etc/my_init.d/050_setup_biber.sh
    environment:
      OVERLEAF_APP_NAME: "<Name der Institution>"
      OVERLEAF_MONGO_URL: mongodb://mongo:27017/sharelatex?replicaSet=rs0
      OVERLEAF_REDIS_HOST: redis
      REDIS_HOST: redis

  mongo:
    image: mongo:8.0
    container_name: mongo
    restart: always
    # WICHTIG: Overleaf braucht zwingend ein Replica-Set, auch bei einem einzelnen Mongo-Knoten
    command: "--replSet rs0 --bind_ip_all"
    volumes:
      - ./mongo_data:/data/db

  redis:
    image: redis:6.2
    container_name: redis
    restart: always
    volumes:
      - ./redis_data:/data
```

Kein `EXTERNAL_AUTH`/OIDC-Block nötig, da lokale Accounts ausreichen. TLS/Reverse-Proxy ist hier bewusst nicht enthalten — dafür separat einen Reverse Proxy (z. B. nginx) mit intern gültigem TLS-Zertifikat vor Port 80 setzen, auch im abgeschotteten Netz.

---

## 6. Phase 4 – Start, Mongo-Replica-Set, Admin-Account

```bash
cd /opt/overleaf
docker compose up -d
```

Nach dem ersten Start des Mongo-Containers muss das Replica-Set einmalig initialisiert werden:

```bash
docker exec -it mongo mongosh --eval "rs.initiate({_id: 'rs0', members: [{_id: 0, host: 'mongo:27017'}]})"
```

Ersten Admin-Account anlegen:

```bash
docker exec sharelatex /bin/bash -ce \
  "cd /overleaf/services/web && node modules/server-ce-scripts/scripts/create-user --admin --email=admin@behoerde.de"
```

Die Ausgabe enthält einen Link, über den das Passwort für diesen Account gesetzt wird. Weitere Nutzer-Accounts (≤10 geplant): Admin legt sie im Admin-Panel an, jeder Nutzer erhält einen Einladungslink per Mail zum Setzen des eigenen Passworts.

---

## 7. Phase 5 – Funktionstests vor der Netztrennung

Vor dem endgültigen Abschotten unbedingt testen:

1. **Einfacher Compile-Test** (Standard-LaTeX-Dokument ohne Bibliografie).
2. **BibTeX-Test**: Testprojekt mit `\bibliographystyle{...}` + klassischem `.bib`, erfolgreicher Compile-Lauf im Log prüfen.
3. **Biber-Test**: Testprojekt mit `\usepackage[backend=biber]{biblatex}`, im Compile-Log prüfen, dass `biber` tatsächlich aufgerufen wird (nicht "command not found").
4. **Offline-Verhalten**: Internetzugang des Servers testweise kappen und die Web-UI erneut durchklicken — prüfen, ob irgendwo externe Ressourcen (Fonts, Assets, Update-Checks) fehlschlagen. Erst danach endgültig abschotten.

---

## 8. Phase 6 – Endgültige Netztrennung

1. Proxy-Freigaben (Abschnitt 3.3) beim Netzwerk-/Security-Team zurückziehen lassen.
2. Docker-Proxy-Konfiguration wieder entfernen:
   ```bash
   sudo rm /etc/systemd/system/docker.service.d/http-proxy.conf
   sudo systemctl daemon-reload
   sudo systemctl restart docker
   ```
3. Server aus dem Netzwerksegment mit Internetzugang herausnehmen / entsprechende Firewall-Regeln final auf "kein Outbound" setzen.

---

## 9. Branding / Vorlage

- `OVERLEAF_APP_NAME` deckt den Produktnamen ab.
- Logo/CSS-Anpassung erfordert Überschreiben von Assets im Image bzw. Mounten eigener Dateien an bestimmten Pfaden — **vor Produktivsetzung an einem Testsystem verifizieren**, nicht ungeprüft übernehmen.
- Eine institutsweite Standard-Vorlage für neue Projekte lässt sich nicht per Env-Var setzen, sondern nur über den Admin-Bereich bzw. eine vorbereitete Projekt-Kopie — ebenfalls vorab testen.

---

## 10. Backup

Kein automatisches Backup-Konzept im Referenzaufbau vorhanden — für den Produktivbetrieb mindestens einplanen:
- Regelmäßiger `mongodump` der Projekt-/Nutzerdatenbank.
- Snapshot/Kopie der Daten-Volumes (`overleaf_data`, `mongo_data`, `redis_data`).
- TeX-Live-Volume ändert sich nach der Installation nicht mehr und muss nicht laufend gesichert werden, nur einmalig dokumentiert/archiviert werden (falls der Server neu aufgesetzt werden muss, ohne erneut online zu gehen).

---

## 11. Offene Punkte für die Entscheidung / Dokumentation gegenüber Vorgesetzten

| Thema | Entscheidung | Begründung |
|---|---|---|
| Fork vs. offizielles Image | offizielles `sharelatex/sharelatex` | Herstellersupport, kleinere Angriffsfläche, keine SSO-Anforderung mehr, die den Fork nötig gemacht hätte |
| Toolkit vs. manuelles `docker-compose.yml` | manuelles Compose | direkter nachvollziehbar, weniger bewegliche Teile, keine zusätzliche GitHub-Freigabe nötig |
| Server Pro vs. Community Edition | Community Edition | kein Budget vorhanden |
| Sandboxed Compiles | nicht vorhanden, akzeptiertes Restrisiko | kleine, bekannte Nutzergruppe (Studierende, eigene Abschlussarbeiten) |
| Nutzerverwaltung | lokal, manuell, ≤10 Accounts | kein AD-Anschluss zum Start nötig/gewünscht |
| BibTeX/Biber | scheme-full TeX Live + Biber-Symlink-Skript | vermeidet Nachinstallation im abgeschotteten Betrieb |
| Container-Engine | Docker (kein unterstützter Weg ohne Container) | Overleaf CE ist architektonisch auf Microservices im Container-Image angewiesen; nativ nicht von Overleaf unterstützt |

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## Quellen

- [Overleaf on-premises Doku – Server Pro vs. Community Edition](https://docs.overleaf.com/on-premises/welcome/server-pro-vs.-community-edition)
- [Overleaf – Creating and managing users](https://github.com/overleaf/overleaf/wiki/Creating-and-managing-users)
- [Overleaf GitHub Issue – kein unterstützter Non-Docker-Weg](https://github.com/overleaf/overleaf/issues/623)
- [CTAN Mirror-Liste](https://ctan.org/mirrors/mirmon)